Filteranlage setzt neue Maßstäbe

Zukunftsinvestition im Stahlwerk Bous

Die Stahlwerk Bous GmbH, ein Unternehmen der GMH Gruppe, hat eine neue Filteranlage in Betrieb genommen. Die Anlage, eine der modernsten der Welt, ist für die Vermeidung von Schadstoffausstoß optimal ausgelegt – und setzt in puncto Umweltschutz neue Maßstäbe.

Bei der Herstellung hochwertiger Stähle im Stahlwerk Bous reduziert die neue Filteranlage den Staubanteil in der Abluft auf unter ein Milligramm pro Kubikmeter. Beim Bouser Drehstrom-Lichtbogenofen, der pro Schmelzvorgang bis zu 70 Tonnen Stahl produziert, ermöglicht die neue Technik darüber hinaus weitere Leistungssteigerungen. War die Leistung der alten Filteranlage mit 560.000 Kubikmeter Abluft pro Stunde schon beeindruckend, so filtert die neue Anlage 1,3 Millionen Kubikmeter pro Stunde – also die doppelte Menge. Auch die Wärme, die mit der abgesaugten Luftmenge aufgenommen wird, wird verwendet: Über einen Wärmetauscher ist die gesamte Wasserwirtschaft der Anlage an die betriebliche Fernwärme angeschlossen. 

Neue Filteranlage schafft neue Grundlagen 

Die Konzeption der Anlage ist besonders fortschrittlich: Das heiße Ofenabgas wird in einer Nachbrennkammer komplett verbrannt und die Schadstoffe werden so zerstört. Anschließend wird das Gas schlagartig mit kalter Luft vermischt – das sogenannte „Quenching“ des Abgases. Die Entnahme der Gase und die Zusammenführung werden durch CFD-Simulationen optimiert. 

Das Filterhaus besteht aus Fertigbetonelementen. Dies bietet drei Vorteile: Der Filtervorgang ist nach außen akustisch und nach innen thermisch isoliert. Die strömungsoptimierte Führung des Gases im Filter garantiert einen extrem niedrigen Druckverlust und damit niedrigste Energieverbräuche für die Ventilatoren. Dadurch erhält das Stahlwerk mehr Absaugleistung als geplant, was für ein besseres Klima am Arbeitsplatz sorgt. 

Herausforderungen angenommen

Die Inbetriebnahme der neuen Filteranlage ging einher mit verschiedenen technischen Herausforderungen: In den 1980er-Jahren, als die alte Anlage ihren Betrieb aufnahm, waren Schornsteine keine feste Vorgabe, die Abluft wurde über einen Diffusor in die Umwelt entlassen. Heute sind im Saarland Schornsteine mit einer Höhe von 50 Metern zur Reduzierung der Schadstoffbelastungen zwingend vorgeschrieben. Ein solcher ließ sich nicht an die alte Filteranlage anschließen, die aufgrund der gesteigerten Leistung im Stahlwerk auch keine ausreichende Entstaubungsleistung mehr bot. Für die Aufnahme der deutlich größeren Haube über dem Ofen und der enormen Abluftleitungen mit bis zu 4,3 Meter Durchmesser musste ein ausgefeiltes Statikkonzept entwickelt werden, da die Stahlwerkshalle die neuen Lasten nicht tragen konnte. Die Lösung: Über das Dach der Halle wurde eine 50 Meter lange und bis zu 20 Meter breite Stahlbrücke errichtet, an die die Lasten der Filteranlage angehängt wurden. 

Nachhaltigkeit ist Erfolgsfaktor

Die hochmoderne Filteranlage im Bouser Stahlwerk zeigt eindrucksvoll auf, dass die Umweltleitlinien der GMH Gruppe unternehmensweit höchste Priorität besitzen. Wir arbeiten stetig daran, Umweltbelastungen über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu verringern, ohne diese von einem Bereich zu einem anderen zu verschieben. Eine Investition in den nachhaltigen Umweltschutz – und in unseren gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolg.
 

„Die Investition in die neue Entstaubungsanlage ist ein klares Bekenntnis zur Zukunftsgestaltung und Fortentwicklung unseres Stahlwerksstandorts in Bous.“

Franz-Josef Schu, Ehem. Geschäftsführer der Stahlwerk Bous GmbH